Am diesjährigen Curion Forum kam eine Frage mehrfach zurück: Welcher Webshop passt zu unserem Betrieb? Shopify, WooCommerce, ein eigener Shop oder eine vollintegrierte Lösung? Die Frage klingt nach einer Frage an die Technik. Beantworten lässt sie sich so aber nicht. Die Wahl der Plattform ist der zweite Schritt. Der erste betrifft den eigenen Betrieb.
Zwei Fragen vor der Plattformwahl
Bevor man Systeme vergleicht, lohnen sich zwei Fragen.
Wie unterschiedlich sind Ihre Preise und Konditionen von Kunde zu Kunde? Ein Betrieb, der allen dieselben Preise zeigt, hat andere Anforderungen als einer, der mit gewachsenen Konditionen und individuellen Rabatten arbeitet.
Und wer in Ihrem Betrieb pflegt die Artikeldaten und hält den Kontakt zu den Lieferanten? Ein Shop lebt von gepflegten Daten. Beschreibungen, Bilder, Preise, Verfügbarkeiten. Wenn diese Aufgabe niemandem zugeteilt ist, verteilt sie sich auf alle, und danach macht sie niemand.
Wer diese beiden Punkte klärt, trifft die Plattformwahl auf einer belastbaren Grundlage. Wer sie überspringt, wählt oft ein System, das später nicht passt.
Das Grundprinzip bleibt gleich
So verschieden die Modelle sind, das Grundprinzip ist in jedem Fall dasselbe. Ihre Datenbank ist die Quelle. Der Shop verarbeitet diese Daten und spielt die Bestellungen zurück. Was sich unterscheidet, ist der Weg dorthin.
Die Modelle im Überblick
Der Curion Webshop ist direkt an die Datenbank angebunden. Er zeigt jedem Kunden seine Konditionen, weil er die Daten dort holt, wo sie ohnehin liegen. Das Design folgt Ihrem Betrieb. Diese Variante eignet sich für Betriebe, deren Preise und Rabatte von Kunde zu Kunde variieren.
Shopify bringt viele Erweiterungen mit und wird von Google gut gefunden. Am Anfang steht mehr Aufwand bei der Einrichtung. Bei kundenspezifischen Konditionen stösst das System an Grenzen. Für einen klar strukturierten Katalog mit einheitlichen Preisen ist es eine solide Wahl.
WooCommerce bildet Rabatte einfach ab und ist flexibel im Aufbau. Die Daten werden in Intervallen abgeglichen, nicht laufend. Bei häufigen Preisänderungen kann es dadurch zu Abweichungen zwischen Shop und Laden kommen. Für Sortimente, die sich selten ändern, fällt das kaum ins Gewicht.
Eine vollintegrierte Lösung rechnet in Echtzeit. Sie lohnt sich, wenn Produkte konfiguriert werden und der Preis vom Ergebnis dieser Konfiguration abhängt. Für ein überschaubares Standardsortiment wäre dieser Weg zu aufwendig.
Alle vier Modelle funktionieren. Nur eben nicht für jeden Betrieb gleich gut.
Ein Shop-Projekt ist zuerst ein Datenprojekt
In jedem Shop-Projekt taucht derselbe Punkt auf. Der Shop übernimmt nur Daten, die im System gepflegt sind. Was im Hintergrund lückenhaft ist, wird im Shop sichtbar.
Deshalb übernehmen wir bei einem Shop-Projekt nur die Daten, die tatsächlich verwendet werden. Alte Artikel, doppelte Einträge und Felder, die niemand mehr pflegt, gehören nicht in den Shop. Diese Aufräumarbeit wirkt wie ein Nebenschauplatz. In der Praxis entscheidet sie darüber, wie sauber der Shop am Ende läuft.
Wer vor dem Projektstart zwei Dinge klärt, verkürzt die Einführung erheblich. Eine benannte Person mit einem festen Zeitbudget für die Datenpflege. Und die Entscheidung, welche Daten überhaupt in den Shop gehören.
Fazit
Die Frage nach dem richtigen Webshop ist selten eine Frage der Software. Sie entscheidet sich an den Konditionen, die Ihr Betrieb abbilden muss, und daran, wer die Daten pflegt. Wer das im eigenen Haus geklärt hat, für den wird die Plattformwahl einfacher, als sie vorher aussah.
Sie stehen vor dieser Entscheidung und sind unsicher, welches Modell zu Ihrem Betrieb passt? Wir gehen die Fragen gerne mit Ihnen durch.